Einige Stimmen zum Verlauf der Convention, natürlich subjektiv und leicht redigiert 
Bis auf wenige Ausnahmen waren die Beiträge unterirdisch schlecht. Mir scheint, als hätte niemand vorher mal angeschaut, was da überhaupt präsentiert wird. Dafür hat man sich einfach über die Vielzahl der Beiträge gefreut und sie in ein Zwei-Tages-Parallelprogramm mit jeweils halbstündigen Vorträgen gequetscht. Man musste also ständig die Räume wechseln und sich einen neuen Sitz- oder Stehplatz organisieren.
Hinzu kam, dass am ersten Tag eine Reihe von Vortragenden gar nicht erst erschienen ist. Es waren - glaube ich - drei! Dadurch wurde das Program durcheinander gewürfelt. Wenn nun einer glaubte, sich einen schönen Plan zum Zuhören zurecht gelegt zu haben, der wurde eines Besseren belehrt. Einige Beiträge wurden dann einfach vorverlegt, so dass man sich wieder entscheiden musste, was man sich denn anhören will.
Vom Thematischen her war die Veranstaltung eine bunte Ansammlung von kleinen, ferngesteuerten oder autonomen Luftschiffen zum Gebäudescannen in mehreren Varianten bis hin zu den tollen Plänen (keiner hat was Konkretes vorgestellt), die wir alle schon mehr oder weniger kennen. Am krassesten war Mr. Boldt, den wir schon aus Kanada kannten. Nette Ideen mit einigen interessanten Aspekten, aber ganz und gar nicht präsentabel. Er hat da irgendwie in Paint sein Luftschiff in Wabenmoduln gebaut. In den Zuhörerreihen habe ich nur Kopfschütteln wahrgenommen. Ich verstehe durchaus seine Gedanken, aber ich würde mich niemals trauen, das Ganze jetzt in diesem Entwicklungsstadium der versammelten weltweiten LTA-Community zu zeigen.
Der Brüller war übrigens wieder der Auftritt des Lockheed-Martin-Manns (ein anderer als in Kanada). Der war nach Bürgermeister Büchelmeyer, der es natürlich nicht lassen konnte, in seiner Eröffnungsrede eine bissige Bemerkung in Richtung CargoLifter zu machen, der Key Note Speaker. Man möge mich eines Besseren belehren, aber nach meinem Verständnis und dem, was ich in Kanada gehört habe, hebt sich so ein Speaker von der Masse der Vortragenden mit einem übergeordneten Thema ab. Hat er aber nicht. Er hat einfach einen Wust von Folien aufgelegt, hat wieder was von Kundenorientierung gefaselt und hat fein aufgeleistet, was für Systeme LM inzwischen beim Militär im Einsatz hat und was wohl noch kommen wird.
Na super, da werden sich die Leute von der Uno gefreut haben, dass die so viel Geld fürs Abschlachten ausgeben und von der US-Regierung bekommen, die fast jedes Jahr daran erinnert werden muss, dass sie doch mal den UN-Beitrag überweisen soll.
Also, Thema verfehlt. Am nächsten Tag hatte ich das „Vergnügen“ neben dem Lockheed-Mann zu sitzen. Der hat sich überhaupt nicht für die laufenden Vorträge interessiert und hat stattdessen hauptsächlich mit seinem Blackberry rumgespielt. Nach einigen Google-Sessions hat er dann irgendein Ping-Pong-Spiel über eine längere Zeit gespielt.
Am ersten Abend waren wir im Zeppelin-Museum zu einem Bürgermeisterempfang, allerdings ohne Bürgermeister. Thema des Abends war es anscheinend, einen DGLR-Vorstand mit der Ehrenmitgliedschaft zu beglücken. Weiß ich nicht mehr genau. Auf jeden Fall schwenkte der Laudator ziemlich schnell von Englisch auf Deutsch, so dass drei Viertel der Anwesenden die nächste halbe Stunde nichts mehr verstanden haben, was er da vorne faselte. Zum Schluss dann der Hammer: Der Laudator machte ebenfalls eine negative Bemerkung zu CargoLifter. Man hätte besser kommunizieren müssen oder so ähnlich. Mir ist schleierhaft, was das an dieser Stelle überhaupt zu suchen hatte. Jedenfalls sprach ihn Dr. von Gablenz nach einiger Zeit an und konfrontierte ihn mit seiner Aussage. Der war wohl etwas überrascht und gab dann wohl auch klein bei. Aber das muss man sich mal vorstellen.
Am nächsten Tag dann der vielleicht interessantere Teil. Dort sollte es ja auch um große Luftschiffe zum Lastentransport gehen. Wenigstens in der einen Hälfte. Das war dann aber auch eine Enttäuschung. Da gründen ein paar Techniker in einer konzertierten Aktion eine LTA-Lasten-Gruppe mit dem Ziel (und nur das wurde gefördert) weitere Besprechungen abzuhalten. Von denen ist aber auch keiner auf die Idee gekommen, mal die CargoLifter-Leute zu kontaktieren.
Giles Camplin (Ex-CL), den habe ich nicht verfolgt, hat in seinem Vortrag von sich gegeben, dass das Ground Handling Procedure von CargoLifter nicht funktioniert habe. Wieder CargoLifter-Bashing. Direkt danach hat CvG seinen Vortrag gehalten, in dem, oh Wunder, gezeigt wurde, wie der Panzer verladen wird, das Ballastwasser weggepumpt und alles zusammen dann zum Schweben gebracht wurde. Großes Staunen in der Runde. Hatten noch nicht viele gesehen. Dann noch das Kurzvideo von unseren Versuchen in Neuhardenberg. Wieder Staunen. Dr. von Gablenz zeigte im Schnelldurchlauf, was CL alles gemacht hat und gerade macht. Er sagte dann aber auch, dass CL gerne das Wissen zur Verfügung stellt. Gegen Bezahlung!
Nach dem Vortrag wurde er dann geradezu umringt von Leuten aus dem Auditorium, die ihm Visitenkarten zusteckten und ein Gespräch führen wollten. Das war nun eines der wenigen Highlights der Veranstaltung.
Während Dr. von Gablenz’ Vortrag waren auch ständig die Herren von der UNO (Lebensmittelprogramm / Desasterrelief) am Nicken und nahmen ihn im Anschluss danach sofort zur Seite. Später haben die auch noch selbst eine Präsentation gehalten im Nebenraum, bei der ich dann war. Das war dann aber mehr eine Diskussionsrunde. Es war offensichtlich, dass die mit ihren Möglichkeiten am Ende sind, Dinge zu transportieren. Die suchen dringend andere oder ergänzende Lösungen.
Ansonsten war das so eine Selbstbeweihräucherung mit kaum Kontakt zur realen Außenwelt. Manchmal hatte ich den Eindruck, dass so mancher Vortragende nur sein Ego füttern wollte.
Bezeichnend übrigens auch, dass über die Airship Convention nicht mit einer Zeile in den Medien berichtet wurde. Wenn man daran denkt, was Barry Prentice bei der A2A-Konferenz in Winnipeg alles angetellt hat, um Presse und TV an den Start zu bekommen und auch bekommen hat!
Die Zeppeliner interessierte die ganze Veranstaltung auch nicht. Sie hatten nicht einen einzigen Vortrag. Die interessierte nur ihre Jubiläumsveranstaltung, auf der die Leistung des Grafen hervorgehoben wurde.