Kann das klappen?
- Ja
- Vielleicht
- Nein
http://www.szon.de/lokales/friedrichshafen/stadt/200410121044.html
Friedrichshafen
Gegenwind statt Rückenwind für Zeppelin
FRIEDRICHSHAFEN - Mit einem rund 80 000 Euro wertvollen Geschäftsmodell, das in 10 000 Stunden Eigenleistung erarbeitet worden ist, geht der weltweit 1300 Mitglieder starke Förderverein Zeppelin-Tourismus in die Offensive, die Infrastruktur und den Bau der geplanten zwölf Zeppeline für jeweils 45 Passagiere unter dem Namen „Zeppelin Europe Tours“ zu vermarkten.
Von unserem Redakteur Siegfried Großkopf
In einem für Investoren vorbehaltenen Geschäftsmodell, das der SZ vorliegt, wird die Errichtung von zehn Luftschiffstationen in sechs EU-Ländern vorgeschlagen, wobei auch aktuelles Interesse aus der Schweiz berücksichtigt werden soll. Geplant ist bislang, dass insgesamt zwölf Luftschiffe in einem Rundkurs sieben Monate im Jahr vom 15. März bis 15. Oktober die Stationen (Friedrichshafen - Dresden - Berlin - Kopenhagen - Hamburg - Amsterdam - London - Brüssel - Paris - Strassburg) anfliegen und dort Rund- und Streckenflüge anbieten. Die Luftschiffe, die aufgrund ihrer Kapazitäten kostengünstiger unterwegs wären als der NT, basieren auf der Technologie der erfolgreichen Zeppelin NT. Zentrum der Aktivitäten soll - muss aber nicht - Friedrichshafen sein. „Die Standortfrage spielt nicht die allererste Geige“, stellt Wolfgang von Zeppelin fest.
Pro Jahr drei Schiffe
FRIEDRICHSHAFEN - Mit einem rund 80 000 Euro wertvollen Geschäftsmodell, das in 10 000 Stunden Eigenleistung erarbeitet worden ist, geht der weltweit 1300 Mitglieder starke Förderverein Zeppelin-Tourismus in die Offensive, die Infrastruktur und den Bau der geplanten zwölf Zeppeline für jeweils 45 Passagiere unter dem Namen „Zeppelin Europe Tours“ zu vermarkten.
Von unserem Redakteur Siegfried Großkopf
In einem für Investoren vorbehaltenen Geschäftsmodell, das der SZ vorliegt, wird die Errichtung von zehn Luftschiffstationen in sechs EU-Ländern vorgeschlagen, wobei auch aktuelles Interesse aus der Schweiz berücksichtigt werden soll. Geplant ist bislang, dass insgesamt zwölf Luftschiffe in einem Rundkurs sieben Monate im Jahr vom 15. März bis 15. Oktober die Stationen (Friedrichshafen - Dresden - Berlin - Kopenhagen - Hamburg - Amsterdam - London - Brüssel - Paris - Strassburg) anfliegen und dort Rund- und Streckenflüge anbieten. Die Luftschiffe, die aufgrund ihrer Kapazitäten kostengünstiger unterwegs wären als der NT, basieren auf der Technologie der erfolgreichen Zeppelin NT. Zentrum der Aktivitäten soll - muss aber nicht - Friedrichshafen sein. „Die Standortfrage spielt nicht die allererste Geige“, stellt Wolfgang von Zeppelin fest.
Pro Jahr drei Schiffe
Dennoch: Die hochkarätig besetzte ZET-Projektgruppe um ihn und den luft- und raumfahrterfahrenen Projektleiter Heinolf Kielkopf favorisiert die Vorstellung, die Luftschiffentwicklung der Firma Zeppelin Luftschifftechnik in Friedrichshafen zu übertragen, die (zeitsparend) bereits im Besitz aller Zulassungen durch das Luftfahrt-Bundesamt (LBA) in Braunschweig ist.
Nach dem Modell würden Entwicklung und Musterzulassung des ZET-Luftschiffes etwa vier Jahre dauern, sollten die Vorteile des Standorts Friedrichshafen nicht genutzt werden können ein Jahr länger. Pro Jahr sollen dann drei Schiffe gebaut werden, so dass vier Jahre für die zwölf Schiffe nötig wären. Für den Endausbau eines ZET-Luftschiffes, das um 1,6 fach größer als der NT und 125 Meter lang geplant ist, wäre in Friedrichshafen der Bau einer höheren Halle (Wald beim Tierheim?) nötig. Um zeitliche Verzögerungen auszuschließen könnte mit dem Zeppelin-Bau zunächst im jetzigen Hangar begonnen werden.
Kein Interesse in Friedrichshafen?
Vergeblich warten die Initiatoren des weltweit einmaligen Projekts auf politische Signale aus der Zeppelin-Stadt, die Entwicklung und den Bau der Luftschiffe in Friedrichshafen behalten zu wollen. Wolfgang von Zeppelin wünscht sich vor dem Hintergrund negativer Erfahrungen „Rückenwind statt Gegenwind“ aus Friedrichshafen! Alternative Standort-Angebote liegen ihm aus der Schweiz (Zürich), Belgien (Militärflughafen bei Brüssel) und östlich von Berlin vor.
In der Aufbauphase wären etwa 120 Entwickler nötig, die auch im Anschluss gebraucht würden. Wolfgang von Zeppelin hält deshalb Kontakt zu früheren Mitarbeitern des NT, einer Stuttgarter Forschergruppe und anderen Luftfahrt-Experten. Insgesamt will man mit dem ZET-Projekt etwa 500 direkte und 400 indirekte Arbeitsplätze schaffen.
„Wir haben nicht ins Blaue hinein geplant“, erläutern Wolfgang von Zeppelin und Heinolf Kielkopf das Geschäftsmodell, das von Investitionskosten in der Entwicklungs- und Aufbauphase von 356 Millionen Euro ausgeht, die sich auf die zehn EU-Städte (und der Schweiz?) aufteilen würden. Die jährlichen Einnahmen in der Betriebsphase (450 000 verkaufte Passagierstunden pro Jahr) beliefen sich bei 12 Luftschiffen und zehn Destinationen auf über 124 Millionen Euro. Ab dem 14. Jahr sollen Investoren mit einer Umsatzrendite von 60 Prozent und mehr rechnen können.
Nach den Vorstellungen der heutigen ZET-Projektgruppe bestünde die künftige Gesellschaftsstruktur aus einer Holding und den drei zentralen Gesellschaften Entwicklung, Produktion und Betrieb/Vertrieb.}
Jeweils 45 Passagiere würde die Gondel der Zeppeline ZET (Zeppelin Europe Tours) fassen. SZ-Foto: Großkopf
(Stand: 12.10.2004 00:19)
