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09.12. SCHWEIZER UND BRITISCHES UNTERNEHMEN PLANEN WERFTBAU AUF DEM CARGOLIFTER-GELÄNDE / EADS-TOCHTER EBENFALLS INTERESSIERT
Der Traum vom Luftschiff ist noch nicht ausgeträumt
GERALD DIETZ
BRAND Auf dem Gelände der Pleite gegangenen Cargolifter AG in Brand (Dahme-Spreewald) könnten bald doch wieder Luftschiffe entwickelt werden. Nicht nur das Schweizer Unternehmen Skycruise und die britische Advanced Technology Group (ATG) planen, dort künftig Luftschiffe zu bauen. Auch die Bremer Space Transportation GmbH, die zum europäischen Luft- und Raumfahrt-Konzern EADS gehört, prüft den Einsatz der in Brand entwickelten „Leichter-als-Luft-Technologie“. Mit ihr sollen schwebende Plattformen für Telekommunikationseinrichtungen möglich sein.
All diese Konzepte will Cargolifter-Insolvenzverwalter Rolf-Dieter Mönning in der Dachgesellschaft „United Airships“ (vereinigte Luftschiffe) bündeln. Mönning rechnet mit Investitionen von 15 bis 20 Millionen Euro. Außerdem sollen weitere Luftschiffbauer, wie Zeppelin NT in Friedrichshafen, nach Brand gelockt werden - allerdings nicht in die frühere Cargolifter-Werft, in die ein Tropenpark („Tropical Island“) gebaut wird, sondern auf andere Teile des Areals.
Knapp fünf Millionen Euro will allein das Unternehmen Skycruise investieren, um in Brand eine neue Werft zu bauen. „Im kommenden März soll Baubeginn sein und im Herbst die Produktion starten“, sagt Geschäftsführer Christian Schulthess. Skycruise will in Brand mit 20 Beschäftigten größere Versionen ihres Luftschiffs „Skyship 600“ bauen, die für Passagier-Rundflüge eingesetzt werden.
ATG plant in Brand die Endmontage des Luftschiffs AT 10 für den europäischen Markt. Anfang kommenden Jahres soll die endgültige Zulassung für den Luftverkehr erfolgen. „Danach kann es losgehen, unsere Pläne sind sehr konkret“, sagt Sprecher Heinrich Großbongerdt. Das rund 100 Stundenkilometer schnelle Luftfahrtgerät könne etwa für Grenzpatrouillen eingesetzt werden, da es nur ein Zehntel der Kosten eines Hubschrauberflugs verursacht. ATG arbeitet eng mit der Brandenburgisch Technischen Universität Cottbus zusammen. Detaillierte Pläne gibt es auch für „Skycats“: eine Kombination aus Luftschiff und Flugzeug für den Lastentransport.
Mönning selbst will mit seinem Unternehmen Air Brand die Patente und Technologien der alten Cargolifter AG verwerten. Ein Kooperationspartner könnte die EADS-Tochter Space Transportation sein, mit der es bereits Gespräche im brandenburgischen Wirtschaftsministerium gegeben hat. Von möglichen Erträgen sollen zunächst die Gläubiger profitieren. Eine „mittelbare Perspektive“ sieht Mönning aber auch für die Cargolifter-Aktionäre. Später könnte Air Brand zu einer Cargolifter-Gesellschaft werden.
Voraussetzung für die Umsetzung der United-Airships-Pläne ist allerdings eine luftrechtliche Genehmigung für das künftige Werft- und Technologiezentrum, die bei den Behörden beantragt wurde.